Böden


Unsere Sonderseite zum internationalen Jahr des Bodens 2015!

Vielfalt und Aufbau von Böden – vielfältiges Leben im Boden. Eine bunte Blumenwiese ohne Substrat, in der die einzelnen Pflanzen wurzeln, ist wohl nur schwer vorstellbar. Daher kann man den Boden durchaus als eine der wichtigsten Grundlagen der Biodiversität betrachten. Gesunde Böden beherbergen eine reiche Artenvielfalt und schaffen die Bühne für Pflanzengemeinschaften, die ihrerseits wiederum Raum für vielfältiges Leben bieten.

Auch wir Menschen sind auf die vielfältigen Bodenfunktionen angewiesen. Im Video erfahren Sie einiges über die aktuellen Bedrohungen, der unsere Böden weltweit ausgesetzt sind. Weiter unten gibt es Infos zu den Themen Bodenaufbau und Bodenleben.

Wenn der Boden schwindet

Was ist Boden überhaupt?

„Böden sind die belebte oberste Erdkruste des Festlandes.“

Quelle: Scheffer/ Schachtschabel: Lehrbuch der Bodenkunde – 15.Auflage, 2002, S. 1

Wie ist Boden aufgebaut?

Boden ist in mehreren Horizonten (Schichten) aufgebaut. Die Oberste ist die Streuschicht und besteht aus nicht oder wenig zersetzten Pflanzenteilen. Darunter folgt der Humushorizont bzw. Oberboden, dieser ist dunkel gefärbt und reich an organischen Bestandteilen. Im Unterboden überwiegen mineralische Partikel wie Tonminerale und Sand. Den Abschluss bildet das Ausgangsgestein.

Ist Boden überall gleich?

Es gibt eine unglaubliche Vielfalt an verschiedenen Typen von Böden. Der bei uns am weitesten vorkommende Bodentyp ist die Braunerde. Die entscheidenden Einflussfaktoren sind das Ausgangsgestein, das Klima, die Vegetation und der Mensch. Aber auch unter scheinbar gleich aussehenden Flächen wie Wäldern sind die Böden überaus heterogen – auf kleinstem Raum innerhalb von Zentimetern finden sich große Unterschiede, je nachdem wo gerade eine Wurzel wächst, ein Stein vergraben liegt oder sich Blätter in einer Mulde sammeln.

Ist der Boden belebt?

Gerade in der Streuschicht und im Oberboden wimmelt es nur so von Organismen.

In einer Handvoll Erde leben mehr Organismen als Menschen auf der Erde.

Dies führte auch zur Beschreibung des Bodens als „Regenwald des armen Mannes“, denn Reisen waren früher sehr kostspielig. Aber nicht nur die Anzahl von Tieren ist überwältigend, sondern auch ihre Vielgestaltigkeit. So sind für Österreich etwa 60 verschiedene Arten von Regenwürmern bekannt, oder 40 verschiedene Arten von Landasseln.

In 0,3 Kubikmeter Erdreich das (entspricht einer Fläche von 1×1 Meter und 30 cm Tiefe) befinden sich ca.:

2 500.000.000 Mikroorganismen: Bakterien, Pilze, Algen

1.000.000 Fadenwürmer

100.000 Milben

50.000 Springschwänze
25.000 Rädertiere
10.000 Borstenwürmer

100 Käferlarven
100 Zweiflüglerlarven

80 Regenwürmer

50 Schnecken
50 Spinnen
50 Asseln

Kann ich diese Bodenorganismen mit freiem Auge sehen?

Die größeren Bodentiere wie der Regenwurm können bis zu 30 cm lang werden und sind nicht nur gut zu sehen, sondern kann man sogar in die Hand nehmen. Aber schon kleinere Bodentiere wie die Milben sind ohne Lupe kaum mehr erkennbar und um einzelne Fadenwürmer oder Bakterien zu erkennen braucht man ein Mikroskop. Auch sind nicht alle Organismen immer im Boden vorhanden denn manche, wie Käferlarven verbringen nur einen Teil ihres Lebens im Boden oder unterliegen starken saisonalen Schwankungen.

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